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Störungen 35 MHz PDF Drucken

Störungen 35 MHz 

Vor einiger Zeit waren Störungen im 35 MHZ auf der Großen Höhen in Delmenhorst zu beobachten. Zur Lokalisiereng wurd die Bundesnetztagentur eingeschaltet. Diese hat in vorbildlicher Weise in Verbindung mit anderen Dienststellen diese Störungen lokalisiert. Die Aussendungen kamen aus Russland, waren legal und nicht abzustellen. Die Störungen treten zu unterschiedlichen Zeiten auf verschiedenen Kanälen des 35 MHZ Bandes auf und sind durch Übereichweiten bei besonderen Wetterlagen zu begründen. Gleiche Beobachtungen hat evtl. schon jemand im Bereich Fernsehen oder UKW Rundfunk gemacht.

Nachfolgender Bericht wurde von der Sportfachgruppe Modellflug im DaeC erstellt. Inhaltlich gleicher Text ist in "modell flieger" Ausgabe 10/11 2006 auf Seite 80 nachzulesen.

Info vom DaeC

Ungefähr seit Anfang Juli 2006 beklagen sich Vereine im Raum der Wasserkuppe, Gießen, Limburg über erhebliche Störungen im 35-MHz-Band. Aufgrund von Meldungen über diese Störungen wurde der Funkstörungsmessdienst der Außenstelle Fulda der Bundesnetzagentur aktiv und hat Untersuchungen vor Ort durchgeführt.

Die Untersuchungen brachten folgendes Ergebnis: Bei der derzeit vorherrschenden Wetterlage kommt es durch troposphärische Irregularitäten und Reflexionen in der Ionosphäre in einer Höhe von 90 bis 120 Kilometer zu Überreichweiten im unteren VHF-Funkbereich. Das 35-MHz-Band gehört zu diesem Bereich. In Mitteleuropa tritt dieser Effekt meist tagsüber in den Sommermonaten auf. Prinzipiell ist mit Beeinträchtigungen der lokalen Funkanwendungen zu rechnen. Bei Normalwetterlagen verschwinden diese Effekte wieder.

Bei den Messeinsätzen auf der Wasserkuppe, in Elbtal-Elbgrund, Nentershausen/Westerwald und Fulda-Dietershan zeigte sich außerdem, dass im 35-MHz-Band französische Bündelfunkanwendungen mit teilweise ansehnlicher Feldstärke detektierbar waren. Je nach Polarisation lagen sie im Bereich der Feldstärken von Fernsteuersendern. Bündelfunk dient dem Austausch von (zumeist) kurzen Nachrichten im Nahbereich innerhalb geschlossener Benutzergruppen. Dabei sind sowohl Sprach- als auch möglich. Anwender sind – beispielsweise Feuerwehren, Rettungsdienste, Taxiunternehmen, Pannendienste oder Flughäfen. Die Sendeleistungen können bis zu 16 Watt betragen.

Frankreich ist das einzige europäische Land, das nicht die europäische Harmonisierung der Frequenzzuteilung im Bereich 35 MHz vollzogen hat und aufgrund des Bestandsschutzes in absehbarer Zeit auch nicht umsetzen wird. Der Einsatz von modellbautypischen Frequenz-Scaneinrichtungen kann hilfreich sein, gibt aber keine Garantie für zeitlich und örtlich verlässliche Anzeigen. Es sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, dass während des Fluges nicht mit der Senderantenne auf das Modell gezielt wird. Bei der Installation der Empfängerantenne im Modell ist darauf zu achten, dass nie die gesamte Antenne vom Sender aus als Punkt gesehen werden kann.

Berücksichtigt man diese Ratschläge, werden sich Störungen weniger stark auswirken. Ausschließen kann man sie allerdings nicht. In der Verfügung 53/2003 der RegTP, jetzt Bundesnetzagentur, wird im Abschnitt 3 folgender Hinweis gegeben: Die in der Verfügung genannten Frequenzbereiche, (dazu gehört auch das 35-MHz-A- und -B-Band) werden teilweise auch für andere Funkanwendungen genutzt. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) übernimmt keine Gewähr für eine Mindestqualität oder Störungsfreiheit des Funkverkehrs. Ein Schutz vor Beeinträchtigungen durch andere bestimmungsgemäße Frequenznutzungen kann nicht in jedem Fall gewährleistet werden. Insbesondere sind bei gemeinschaftlicher Frequenznutzung gegenseitige Beeinträchtigungen der Funk-Fernsteuerungen nicht auszuschließen und hinzunehmen.

Dieter Perkuhn, Fachreferent für Funk im DMFV

 

Diese Aussagen dürften jeden sicherheitsbewusten Modellflieger stark beunruhigen. Was kann man nun dagegen machen?

Empfehlungen Störungen 35 MHz

Hier einige Ratschläge zu Störungen im 35 MHz Band. Sender und Empfänger einer Fernsteueranlage sowie zusätzliche Komponenten bestimmen die Sicherheit beim Modellflug. Daher sollte man einige Grundsätze beachten.

a.) Als Empfänger sollte man nur bekannte Markengeräte verwenden. Doppelsuper sind besser gegen Mischprodukte verschiedener Frequenzen geschützt, daher sollte man sie auch grundsätzlich auf stark frequentierten Modellflugplätzen einsetzen.

b.) Empfangsantennen nie verkürzen oder verlängern.

c.) Antennen immer außerhalb vom Rumpf spannen, besonders wichtig wenn im Modell Kohle verwendet wird.

d.) Wenn es geht eine Stabantenne verwenden, die senkrecht steht. Wenn die Zuführung zur Antenne einen andere Winkel hat, ist das sogar noch vorteilhaft.

e.) Immer möglichst viel Abstand zu Metallgestängen, Kabeln, Motor, Regler, Kreiseln und Serrvos halten.

f.) Den Empfänger immer so weit es geht von den unter genannten Teilen gepolstert entfernt unterbringen.

g.) Nur Quarze verwenden die der Hersteller vorschreibt. Billigquarze haben hier nichts zu suchen, auch wenn man meint sie gehen.

h.) Auf eine gesicherte Stromversorgung achten. BEC alleine ist oftmals nicht ausreichend und sollte nur zusätzlich als Notstromversorgung zu einer anderen Empfängerversorgung genutzt werden. Weichen oder Dioden zur Trennung verwenden, nicht beide Spannungen nur parallel schalten.

i.) Bei einem Neumodell oder nach Umbauten, Absturz usw. ist ein Reichweitentest erforderlich. Je nach Anlage ( Empfangsantenne 1m über dem Boden) sollte bei eingeschobener Sendeantenne mindestens 50 m ohne starkes Zittern der Servos erreicht werden. Mit total abgeschraubter Antenne mindestens 6-8 Meter. Mit voll ausgezogener Antenne sollten 500m sicher erreicht werden. Bei E-Modellen auch mit eingeschaltetem Motor testen.

j.) Was für den Empfänger gilt, gilt auch für den Sender. Keine Kurzantennen verwenden. Nur Quarze des Herstellers oder deren Empfehlung verwenden. Hat man das alles beachtet, sollte es mit einem reinen Segler erst mal keine Probleme geben. Bei einem E-Modell sieht das dann schon anders aus. Der E-Motor ist Hauptstörfaktor.

k.) Bürstenmotor unbedingt entstören. Meistens wird ein keramischer Kondensator ( 47 bis 100 nF )über die Anschlüsse und je ein Kondensator von den Anschlüssen zum Gehäuse empfohlen. Manchmal reicht das nicht aus und man sollte dann noch eine Drossel in die beiden Motorzuleitungen legen. Darauf achten, daß an den Bürsten kein Bürstenfeuer bei Belastung entsteht. Geringe Funkenbildung ist normal.

l.) Regler mit Optokopplern sind die beste Wahl. Andere Regler sind galvanisch über die Stromversorgung mit dem Empfänger verbunden. Daher können alle Störungen auch zum Empfänger gelangen. Bei einem Regler mit Optokoppler ist keine galvanische Verbindung vorhanden, daher gelangen auch keine Störimpulse zum Empfänger.

m.) Kommt es nun doch zu Empfangsstörungen, sollte man versuchen die Sendeantenne so zu halten, dass sie parallel zur Empfangsantenne zeigt. Bei einem E-Modell sofort den Motor abschalten und versuchen in die Nähe des Senders zu kommen. Dann sofort untersuchen warum diese Beeinträchtigung vorhanden war.

n.) Viele Empfänger haben heute eine Anzeige für die im Flug festgestellte Empfangsquallität. Solche Empfänger können hilfreich sein die Anlage zu optimieren und festzustellen, ob in der Luft alles OK war. Auch Empfänger die nach Ausfall der Steuerimpulse die Servos in eine einstellbare Position bringen können hilfreich sein. Tatsache ist aber, das es immer zu Störanzeigen kommen kann, da man im Flug nie kleine Signaleinbrüche verhindern kann. Das sind dann keine Störungen im Sinne von Störungen sondern Signalfeldeinbrüche durch kurzzeitige Polarisationsprobleme und andere Bedingungen der Funkübertragung entstehen.

Wie wir wissen wird das 35 MHZ Band zu gewissen Zeiten durch Überreichweiten von anderen Sendern außerhalb Deutschland beeinträchtigt. Hier kann man nur vor einem Start versuchen das Band abzuhören. Einfache Skanner reichen da nicht aus. Nach meinen Beobachtungen waren Störsignale mit einem Vertikaldipol für 35 MHZ mit dem bekannten Empfänger AR 3000A am Boden kaum zu hören. An einer Angelrute in 7m Höhe wurde enorme Feldstärken an gleichem Standort gemessen. Zu beobachten war in Delmenhorst am 17.10.2006 um 12:15 Uhr, dass das A-Band dabei stärker betroffen war als das B-Band. Die Störungen hielten bis ca. 12:45 an um dann langsam zu verschwinden. Gegen 15 Uhr traten sie nochmals geschwächt für ca. 10 Minuten auf.

Da wir nach Aussage der Bundesnetztagentur gegen die Beeinträchtigung im 35 MHZ Band nichts machen können, sind wir selber gefordert. Das Band durch abhören beobachten und die oben genannten Empfehlungen verwirklichen. Man sollte aber auch beachten, nicht jeder Absturz muß unweigerlich eine Funkstörung gewesen sein. Ich glaube so manche Überforderung wird auch als Störung angezeigt, weil man sich bei seinen Flugkollegen nicht blamieren wollte.

Wir können nur versuchen über unsere Dachverbände auf Abstellung zu drängen. Unter den jetzigen Gegebenheiten ist ein sicherer Modellflug nicht immer gegeben.

Peter Siede 18.10.2006

 
Modellfluggruppe des LSV-Delmenhorst e.V., Powered by Joomla! and designed by SiteGround web hosting